Bundesarbeitsgemeinschaft
der Immigrantenverbände
in Deutschland e.V. 

Selbstdarstellung

BAGIV, die Bundesarbeitsgemeinschaft der Immigrantenverbände, wurde 1985 gegründet und ist der einzige bundesweite und multinationale Dachverband von Migrantenselbstorganisationen mit dem Ziel der integrationsfördernden Selbstvertretung von ImmigrantInneninteressen.

Momentan arbeiten 13 Verbände aus 11 Nationen aktiv bei der BAGIV mit:

  • Bundesverband spanischer sozialer und kultureller Vereine in Deutschland
  • KOMKAR, Verband der Vereine aus Kurdistan in Deutschland e.V.
  • Verband der Griechischen Gemeinden in Deutschland
  • Zentralrat der Armenier in Deutschland e.V.
  • Zentralrat der Serben in Deutschland
  • Zentralverband der Assyrischen Vereinigungen in Deutschland
  • Kurdische Gemeinde in Deutschland
  • Bundesverband der Portugiesischen Vereine in Deutschland
  • Bundesverband der Vietnamesen in Deutschland e.V./Vietnamesische interkulturelle Fraueninitiative in Deutschland
  • Kroatischer Weltkongress in Deutschland e.V.
  • Zentral-Verband der Ukrainer in Deutschland e.V.
  • Iranische Gemeinde in Deutschland e.V.

Verschiedene Prozesse innerhalb der national organisierten Verbände führten zum Zusammenschluss einer gemeinsamen Interessensvertretung.

Eines der wichtigsten Motive war das fortschreitende Bewusstsein, nicht nur ausländischer Arbeitnehmer auf Zeit in der Bundesrepublik Deutschland zu sein, sondern Einwanderer, dessen Aufenthalt sich durch Sesshaftigkeit kennzeichnet.

Die Gründung der BAGIV und ihre kontinuierliche Arbeit seit 1985 zeigt das Interesse der Migrantenorganisationen an einer nationalitätenübergreifenden, gemeinsamen Arbeit und Vertretung. Hier ist es auch der Privilegierung der Unionsbürger durch die EU nicht gelungen, einen Keil zwischen die Migranten aus europäischen Staaten und denen aus nichteuropäischen Staaten, also Unionsbürgern und Drittstaatlern zu treiben.

Die Existenz und Entwicklung der BAGIV zeigt deutlich, dass die Einwanderer in der Gesellschaft aktiv werden und nicht unmündige Objekte von Betreuungsmaßnahmen sind.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt in der Intensivierung der Zusammenarbeit der BAGIV-Mitgliedsorganisationen. Denn die Bündelung aller Einwandererinteressen, ohne das Kriterium der einzelnen Nationalitäten zu vernachlässigen, ist ein wichtiger Akzent in der politischen Auseinandersetzung in der Gesellschaft. Das Streiten für eine demokratische Gesellschaft ohne Diskriminierung, das Eintreten gegen Nationalismus und Rassismus, wird als eigener politischer Lernprozess in politische Handlungsfähigkeit umgesetzt.

Als fachkompetenter Gesprächspartner für MigrantInnenfragen strebt die BAGIV das gleichberechtigte Zusammenleben der verschiedenen Minderheiten in und mit der deutschen Gesellschaft an.

Die BAGIV ist im Oktober 2017 in der Mitgliederversammlung des "Deutschen Instituts für Menschenrechte" in Berlin als offizielles Mitglied "Deutsches Institut für Menschenrechte" aufgenommen worden. Die BAGIV ist dem Grundsatz des DIMR verpflichtet, alle international anerkannten Menschenrechte zu respektieren und ihre Tätigkeit nicht einseitig oder rücksichtslos unter Missachtung eines oder mehrerer Menschenrechte auszuüben.

Die Ziele der BAGIV:

1. Juristische, soziale und politische Interessenvertretung durch Aktivitäten, die darauf abzielen, die rechtliche, soziale und gesellschaftliche Situation der Einwanderer und der ethnischen Gemeinschaften im Aufenthaltsland zu verbessern.

2. Kulturelle, soziale und pädagogische Projekte und Tätigkeiten, deren Ziel es ist, die Migranten, dabei insbesondere die Jugendlichen, bei der Bewahrung und Entwicklung der Herkunftskultur und Identität zu unterstützen.

3. Abbau von Begegnungsschranken und Vorurteilen zwischen Deutschen und Migranten bzw. der Migranten untereinander durch projektbezogene Arbeit, wobei die gegenseitige Anerkennung und Integration angestrebt wird.

4. Projektentwicklung zur Bewältigung anstehender Probleme. Beispielsweise die Gestaltung der Wohn- und Lebenssituation von älteren MigrantInnen. Im Vordergrund stehen dabei der schwierige Übergang von der Arbeits- zur Ruhestandssituation und den weiteren Lebensumständen wie Unterbringung und Betreuung.

5. Förderung der politischen Partizipation von Migranten auf allen Ebenen der Entscheidungsprozesse. Dabei geht es in erster Linie um die Intensivierung der Wahlbeteiligung im Rahmen der vorhandenen Partizipationsmöglichkeiten sowie die aktive Teilnahme an den politischen Willensbildungsprozessen. Einen besonderen Stellenwert in unserer Arbeit nimmt die Kooperation mit den im Bundestag vertretenen demokratischen Parteien ein.

6. Weitere Projekte sind unter anderem im Bereich der Jugendarbeit angesiedelt. Einen besonderen Schwerpunkt legen wir hierbei auf die Entwicklung von Konzepten für eine zielgruppenspezifische Jugendarbeit unter arbeitsmarktpolitischen Aspekten.

Die BAGIV wird sich weiterhin entschieden für die Interessen der MigrantInnen und ihrer Familien in der Bundesrepublik einsetzen. Sie erstrebt mittelfristig die Erlangung eines Daueraufenthaltsrechts bzw. Niederlassungsberechtigung für Ausländer, die selbständige juristische Absicherung der Familien der MigrantInnen und die rechtliche und soziale Emanzipation der ausländischen Frau, eine schulische Bildung für die Migrantenkinder, welche völlige Chancengleichheit mit deutschen Kindern herstellt, jedoch dessen nationale und kulturelle Identität bewahrt, weiterhin die Schaffung eines Anspruchs auf Einbürgerung für die MigrantInnen der zweiten und dritten Generation und somit auch politische Rechte, insbesondere das Wahlrecht für die hier ansässigen MigrantInnen.

 
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Stand 14.12.2016 | Sitemap | Impressum | Kontakt