Bundesarbeitsgemeinschaft
der Immigrantenverbände
in Deutschland e.V.

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Tagung vom 3. November 2000




Tagung zum Thema:

Eltern und Schule - Mediation, Anerkennung, Partizipation

im DGB-Haus in Bonn



Programm:

15:00 Begrüßung
Kostas Pappas, Präsident der BAGIV
Einführung in die Thematik

15:15 Gelungene Elternarbeit am Beispiel des Projektes "Rucksack"
RAA, Dr. Monika-Springer Geldmacher

16:15 Kaffeepause

16:30 Lehrer des MEU:
Brückenfunktion zwischen Eltern und Schule
Süleyman Ates

Diskussion

17:30 Anerkennung und Selbstorganisation
BAGIV, Athena Leotsakou

Diskussion

18:30 Muttersprachlicher Unterricht und Anerkennung

KOMKAR, Fettah Timar

Diskussion



Der europäische Einigungsprozess stellt neue Herausforderungen auch im Bereich der Bildung.

Die Migration und multikulturelle bzw. multilinguale Realität in Deutschland und Europa bedeuten neue Forderungen, Probleme aber auch Chancen.

Im Bereich der Bildung sind diese Notwendigkeiten besonders ersichtlich. Die bestehenden Schulmodelle und Curricula müssen sich der neuen Realität anpassen.


Die Zugehörigkeit zu einer anderen sprachliche und kulturelle Gemeinschaft erlaubt es, sich gegen ein missbilligendes oder stigmatisierendes Urteil im Bereich der Bildung zu verteidigen. Die Migrantenselbstorganisationen können zielgruppenspezifische Bildungsmodelle fordern. Solche erfolgreiche Beispiele basieren auf dem Prinzip der Anerkennung. Die Selbstorganisationen können als Mediatoren agieren, um die Schulsituation von Kindern ausländischer Herkunft zu verbessern.

Diese Themen standen im Mittelpunkt der Tagung, die die BAGIV (Bundesarbeitsgemeinschaft der Immigrantenverbände in der Bundesrepublik Deutschland e.V.) am Mittwoch, den 03.11.2000, im DGB Haus in Bonn veranstaltete.


Es ist unbestritten, daß der Anteil der Kinder in Deutschland, die nicht Deutsch als Muttersprache hat, stetig steigt. Schätzungen zufolge wird es zum Jahre 2010 allein in Nordrhein-Westfalen auf über 30% steigen. Schon heute sehen sich viele junge MigrantInnen der 2. und 3. Generation aufgrund ihrer mangelnden deutschen Sprachkenntnisse besonderen Problemen in der Schule und der späteren Berufsausbildung ausgesetzt. Dies führt nicht selten zu einer Fehleinschätzung ihrer Leistungsfähigkeit und Intelligenz; oft zu Benachteiligung wenn nicht gar zu Diskriminierung.

Der Rahmen für die Anforderungen einer schulischen und beruflichen Karriere in Deutschland und die Definition für die gesellschaftliche Integration sind den Vorstellungen von deutscher Kultur und Sprache verpflichtet. Dies ist für Eltern von Migrantenkindern häufig nicht einsichtig. Hinzu kommt, dass die verschiedenen Schulformen große Unterschiede aufweisen, die den Eltern undurchsichtig bleiben. In den Bildungseinrichtungen selbst ist die gleichberechtigte Wahrnehmung und Akzeptanz ausländischer Eltern häufig nicht vorhanden.


Die Kinder ausländischer Herkunft, die aufgrund ihrer Biographie bilingual sind, sollen diese Ressourcen weiter in den Schulen erhalten und entwickeln. Die Muttersprache darf nicht als Defizit sondern als Ressource seitens der Schule perzipiert, werden.

Die BAGIV war mit allen Mitarbeitern der Bundesgeschäftsstelle sowie dem Präsidenten, Vizepräsidenten und Geschäftsführer anwesend. Das zentrale Thema der Tagung behandelte die Schulsituation der MigrantInnen und die Einbeziehung der Eltern.

Die Teilnehmer wurden zunächst durch den Präsidenten der BAGIV, Herrn Kostas Pappas, begrüßt und in die Thematik eingeführt. Anschließend erläuterte Frau Dr. Springer-Geldmacher von der RAA am dem Beispiel des Pilotprojektes „Rücksack“ gelungene Einbeziehung der Eltern in die Belange ihrer Kinder. Die Bedeutung des muttersprachlichen Unterrichts und die wichtige Brückenfunktion zwischen Eltern und Schule durch die Lehrer wurden von Herrn Fettah Timar, Vertreter unserer Mitgliedsorganisation KOMKAR und Herrn Süleyman Ates, muttersprachlichem Lehrer verdeutlicht. Den theoretischen Rahmen bzgl. des Themas „Anerkennung und Selbstorganisation“ führte Frau Leotsakou von der BAGIV aus.

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