Bundesarbeitsgemeinschaft
der Immigrantenverbände
in Deutschland e.V. 

Abgeschlossene Projekte

Aktion Mensch

Projekt: "Jugendliche MigrantInnen machen mit!"

Förderzeitraum: 01.05.2013-30.04.2016

Gefördert durch: Aktion Mensch

In der Gesellschaftsstruktur Deutschlands hat sich gezeigt, dass die soziale und gesellschaftliche Integration der Zugewanderten sich nicht ab der 2. Generation einfach erledigt. Es bestehen weiterhin vor allem Integrationsprobleme im strukturellen Bereich, vor allem im Schulsystem. Die Datenlage sozialstruktureller Inklusion der Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund gibt weiterhin Anlass zur Sorge. Laut Bericht der Beauftragten der Bundesregierung von 2010 hatten 13,3% keinen Schulabschluss, nur 8,9% hatten die Hochschulvoraussetzungen erworben usw. Diese besonderen sozialen Benachteiligungen gilt es auszuräumen. Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund werden nicht entsprechend ihrer relativen Zahl berücksichtigt, somit auch nicht ihre Interessen, Belange und Bedarfe. Dies gilt auch innerhalb der Mitgliedsorganisationen der BAGIV. Alltägliche Benachteiligungen, die den sozialen Status der Migranten kennzeichnen, wie überdurchschnittliche Arbeitslosigkeit, schlechte Ausbildungschancen und hohe Sonderschulquoten, sind weiterhin gültig. Eine Begegnung, basierend auf der Tatsache, dass unterschiedliche Kulturkreise die Identität der hier lebenden Menschen prägen, führt zu einem offenen Dialog zwischen Mehrheiten- und Minderheitenkulturen, der die Wahrung kultureller Identität in einer multikulturellen Gesellschaft und darüber hinaus interkulturelles Lernen erst ermöglicht. Und genau an dieser Stelle soll das Projekt ansetzen und einen engen Kontaktpunkt knüpfen, bei dem Menschen mit Migrationshintergrund aus den Mitgliedsorganisationen der BAGIV an die Strukturen der sozialen Arbeit und die Kinder- und Jugendhilfe herangeführt werden. Innerhalb der Mitgliedsorganisationen der BAGIV finden die Belange und Bedarfe der Jugendlichen nicht ausreichende Beachtung. Bedarfsanalysen vor Ort sollen katalogisiert werden und als Grundlage dienen, um die Angebote innerhalb der Vereine und Gemeinden entsprechend der Zielgruppe aufzubauen. Erreicht werden soll mit dem Vorhaben, dass die Kinder und Jugendlichen sich innerhalb ihrer Organisationen verstanden fühlen und ihre Interessen wahrgenommen und gefördert werden.

Die BAGIV ist als Dachverband von Dachverbänden auf Bundesebene tätig und wird das geplante Projektvorhaben entsprechend ihrer eigenen Struktur auf Bundesebene durchführen. Ziel des Projektes soll sein, dass die teilnehmenden MigrantInnen sich zunächst selber in den einzelnen Bereichen der Fortbildungsmaßnahmen qualifizieren und gleichsam zu Multiplikatoren und Lotsen für ihre Organisationen ausgebildet werden. Übergeordnetes Ziel ist es, die soziale und gesellschaftliche Integration zu verwirklichen, so dass MigrantInnen sich als gleichberechtigte Bürger im demokratischen, sozialen Rechtsstaat betrachten und partizipieren können. Alle fortbildenden Maßnahmen haben als Ziel, die sozialen und gesellschaftlichen Benachteiligungen zu beheben und somit eine tatsächliche Chancengleichheit zu erreichen. Eine der Hauptaufgaben des Projektes ist die Arbeit der Migrantenselbstorganisationen anzuerkennen und sie zu fördern, durch Qualifizierung ehrenamtlicher Arbeit vor Ort, Initiierung neuer Kooperationsformen und Vernetzungsstrukturen, dem Aus- bzw. Aufbau von Strukturen in der Kinder- und Jugendhilfe und insbesondere professioneller Begleitung.


Projektbezeichnung: " IKE - Identität - Kultur - Engagement"

Projektlaufzeit: 01.10.2012-30.09.2015

Gefördert durch: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)

Unter dem Motto "IKE - Identität - Kultur - Engagement!" führt die BAGIV seit Oktober 2012 ein Projekt durch, dass einen Beitrag im Bereich "Integration junger MigrantInnen" leisten soll. Das Motto des Projektes "IKE, Identität - Kultur - Engagement!" ist gleichzeitig auch Programm der geplanten Maßnahmen.

Das Ziel des Projekte ist, dass sich die Jugendlichen mit Migrationshintergrund ihrer eigenen Identität bewusst werden, sie ihre kulturellen Hintergründe darstellen, ihnen gleichzeitig jedoch die Kultur der Majoritätsgesellschaft näher gebracht wird und schließlich das Bewusstsein geschaffen werden soll, sich in diesem Land, in dem sie zu Hause sind, sich auf allen Ebenen des sozialen und politischen Lebens zu beteiligen. Soziale und politische Partizipation durch Engagement, d.h. aktive Teilhabe und Teilnahme an den gesellschaftlichen Aufgaben in Deutschland ist Ziel der Veranstaltungsreihe des gleichnamigen Projekts: Identität - Kultur - Engagement!

Wer bin ich? Woher komme ich? Woran erkennt man mich? Was macht mich aus? sind Fragen, die zu beantworten sind. Darüber hinaus soll die Definition der eigenen kulturellen Identität erkannt werden und vorgestellt werden. Diese Erkenntnis dient als Überleitung zur deutschen Kultur. In dem Land, in dem sie leben, möchten sie sich wohlfühlen. Das gelingt durch die Vermittlung von Informationen über Deutschland. Über die Themen Sprache, Geschichte, Landeskunde und Politik sollen die TeilnehmerInnen in Theorie und Praxis geschult werden. Jede Veranstaltung verbindet den theoretischen Aspekt durch z.B. einen entsprechend passenden Besuch vor Ort. Abschlussthema des Projektes ist das soziale und politische Engagement.


Projektbezeichnung: Gewinnung und Qualifizierung von FunktionärInnen, ÜbungsleiterInnen und TrainerInnen mit Migrationshintergrund

Projektlaufzeit: 01.10.2011 - 30.09.2014

Gefördert durch:

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge

Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration



Die Projektarbeit konzentrierte sich auf die Entwicklungs- und Entfaltungsmöglichkeiten im Aufgabenbereich Stärkung des Themas Integration in den Strukturen des Sports. Dabei arbeiteten wir darauf zu, wie mit allen Beteiligten konkrete Maßnahmen und Bedürfnisse zur Übernahme von Aufgaben und Funktionen zu ergreifen sind und wie das Bewusstsein für den Sport und der gesellschaftlichen Verantwortung durch Teilnahme und Teilhabe effektiver gestärkt werden kann. Der Schwerpunkt der Projektarbeit lag im gesamten Projektzeitraum darin, die festgelegten Ziele durch noch engere Zusammenarbeit und Vernetzung mit regionalen und überregionalen Akteuren im Bereich Integration durch Sport auszubauen und zu intensivieren, sowie TeilnehmerInnen zu akquirieren.

In zahlreichen Seminaren wurden die TeilnehmerInnen zum einen u.a. über die Themen Ausbildungsmöglichkeiten im Breitensport, Zugangsvoraussetzungen, fachliche und persönliche Kompetenzen, Schwerpunktgestaltung der Unterrichtseinheiten, Lizenzerwerb und den Sportstrukturen im Sportverein informiert. Zum anderen standen die Themen über das Ehrenamt, die Schaffung einer Willkommenskultur im Verein, langfristige Mitgliederbindung, Verantwortungsübernahme, qualifizierte Ausbildung und Führung im Verein sowie die Schaffung einer Anerkennungskultur im Mittelpunkt der Referentenvorträge. Parallel hierzu wurden in Hessen und Nordrhein Westfalen die Anmeldungen einzelner Teilnehmer zu den Ausbildungsgängen verschiedener Sportrichtungen vorangetrieben. Die nachhaltige Begleitung der TeilnehmerInnen steht hierbei ebenso im Fokus wie die Unterstützungen im Bereich der Ausbildungsaufnahme. Im Austausch mit den Kooperationspartnern wird stets die Vorbildfunktion erfolgreicher AusbildungsteilnehmerInnen besonders hervorgehoben. Die Projektleitung will in Konsens mit den Partnern gezielt die Passivität der Menschen mit Migrationshintergrund, insbesondere auch Jugendliche mit Zuwanderungsgeschichte, im sportlichen Bereich abbauen und diese zu sportlichen Aktivitäten anregen. Zugleich soll ein wesentlicher Beitrag zur Vereinsentwicklung und der Zukunftsfähigkeit von Sport und Sportverein durch die interkulturelle Öffnung des Sports geleistet und das ehrenamtliche Engagement gefördert werden. In Kooperation mit dem jeweiligen Landessportbund, dem Sportkreis, dem Verein und den TeilnehmerInnen erfolgte sodann die angemessene und geeignete Qualifizierung und Ausbildung von TeilnehmerInnen sowie die anschließende Vermittlung in den Sportverein mit nachweislich fester Vereinsmitgliedschaft. Während mehrere TeilnehmerInnen die Ausbildungen bereits erfolgreich abgeschlossen haben, dauern bei wenigen TeilnehmerInnen die Ausbildungsgänge noch an. Als lizenzierte ÜbungsleiterInnen und TrainerInnen mit Verantwortungfunktion leisten viele einen großen Beitrag im Sport, durch Sport und für den Sport.

Ein weiterer Schwerpunkt des Projekts lag in der Auswertung und Evaluation der zurück zugeführten Fragebögen, die in der Anfangsphase projektbegleitend an die Mitgliedsorganisationen der BAGIV e.V sowie allen TeilnehmerInnen des Projekts und den Seminarteilnehmern ausgegeben wurden. Die sehr ausführliche Fragebogenerhebung wurde in Diagrammansichten dokumentiert. Primäres Ziel ist es gewesen, aufschlussreiche Erkenntnisse über die Gründe und Ursachen der Teilnahme und Nichtteilnahme von Migrantinnen und Migranten am sportlichen Geschehen zu gewinnen. Diese nicht repräsentative Erhebung ist recht informativ ausgefallen und kann zugleich als eine solide Orientierungshilfe dienen. Es zeigt gleich mehrere Probleme und Schwierigkeiten auf, die eine Teilnahme von Migrantinnen und Migranten am Sport und im Sportverein abverlangen.

Parallel hierzu lag die Erarbeitung von Handlungsempfehlungen zum Projekt im Mittelpunkt der Projektarbeit. Mit den ausgearbeiteten Handlungsempfehlungen ist die Absicht verbunden, Migrantinnen und Migranten gezielter für den Sport zu sensibilisieren, ihre Teilnahme am Sport zu erhöhen, sowie das ehrenamtliche Engagement in Sportvereinen zu stärken. Zugleich steht auch die soziale Öffnung des Sports sowie die feste Einbindung der ausgebildeten MigrantInnen in die Vereinsstrukturen im Fokus dieser Arbeit. Ebenso werden die aus dem Projekt gewonnen Erkenntnisse mit Orientierungsansätzen vorgestellt.

Sowohl die Auswertung der Fragebögen als auch die erarbeiteten Handlungsempfehlungen stehen zur Ansicht und zum Download auf unserer Internetseite der Öffentlichkeit zur Verfügung.


Projektbezeichnung: Politik in der Praxis- Politische Beteiligung von jungen Migrantinnen in Deutschland

Projektlaufzeit: 01.10.2009 - 30.09.2012

Gefördert durch: Bundesministerium des Innern (BMI)

Unter dem Motto ”Politik in der Praxis - Politische Beteiligung von jungen Migrantinnen in Deutschland“ führt die BAGIV seit Oktober 2009 ein Projekt zur politischen Partizipation von jungen Frauen mit Migrationshintergrund, im Rahmen integrationsfördernder Maßnahmen, durch.

Das Projekt möchte junge Frauen mit Migrationshintergrund im Integrationsprozess stärken und neu motivieren auch politisch zu partizipieren. Wie sieht das neue Zuwanderungsgesetz aus, wie erlange ich die deutsche Staatsbürgerschaft, Einbürgerung allgemein, wer kann in Deutschland wählen usw. sind u.a. Fragen, die zu beantworten sind. Was kann ihre Aufgabe werden und wie können sie den neuen Zuwanderern über das staatliche Angebot hinaus auch in politischen Belangen Orientierung bieten?

Der Erwerb eines politischen Bewusstseins setzt jedoch voraus, dass die Kenntnisse zum politischen System in Deutschland, Wahlsysteme, Einbürgerung usw. bekannt sind.

Ziel des Projektes ist es, das politische Bewusstsein der Mitverantwortung von jungen Migrantinnen und ihrer Selbstorganisationen zu entwickeln und zu thematisieren, indem man die jungen Frauen an Politik in Theorie und Praxis heranführt.

Die Hauptaufgabe des Projektes ist es, Fachveranstaltungen (mehr Infos unter „Aktuelles“ auf der Startseite von www.bagiv.de) für junge Frauen mit Migrationshintergrund zu organisieren und sie in den Bereich der politischen Partizipation heranzuführen, auch unter Berücksichtigung der kulturellen und religiösen Herkunft. Die theoretische Vorbereitung soll durch praktische Beispiele ergänzt werden, indem zu jeder Veranstaltung bezogen auf die inhaltliche Thematik (Wahlsysteme, Bundestagswahl, Landtagswahl, Kommunalwahl, Europawahl usw.) eine Fahrt ins EU-Parlament, Landtag oder Bundestag geplant sind. Innerhalb dieser Veranstaltungen werden die Themen: Demokratieverständnis, Einbürgerung, Ausländerbeiräte usw. bearbeitet. Fragen wie: Gibt es Unterschiede im politischen Bewusstsein und Verhalten bei Frauen unterschiedlicher Herkunft und Religion? Wie partizipieren die Frauen mit Migrationshintergrund in ihrem Herkunftsland, gibt es Unterschiede zu ihrem Verhalten in Deutschland? Welches politische Bewusstsein herrscht im Herkunftsland, wurde es adoptiert oder weicht man einer Apathie? sollen dabei ebenfalls diskutiert und ausgewertet werden.

Durch den Erwerb der Kenntnisse über das politische System des Landes, in dem sie leben, erwerben die jungen Migrantinnen Wissen, von dem sie sowohl in der Schule, als auch in ihren Vereinen profitieren können. Diese jungen Frauen mit Migrationshintergrund sollen auch zu Lotsen in ihren eigenen ethnischen Vereinen und Organisationen werden. Neben der Vermittlung von Informationen (Qualifizierung) sind die Ermutigung sich zu beteiligen (Motivation) und die Weitergabe der gewonnen Erkenntnisse an andere (Lotsen- und Mittlerfunktion) die zentralen Ziele des Projektes.

An dieser Stelle finden sie den
Sachbericht zur Maßnahme „Politik in der Praxis – Politische Partizipation von jungen MigrantInnen“ für die Jahre 2009-2012


Projektbezeichnung: Fit in der Schule - Ohne Eltern geht es nicht!

Projektlaufzeit: 01.08.2009 - 31.07.2012

Gefördert durch: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF)

Im Rahmen "Geweinwesenorientierter Projekte" arbeitet die BAGIV seit August 2009 an einem Projekt zur Förderung der elterlichen Erziehungskompetenz durch Bewusstmachung der Bedeutung von Bildung für die soziale Mobilität in der Bundesrepublik, auch mittels erfolgreicher Eltern. Dadurch erfolgt eine indirekte Stärkung der Kinder und mittel- bis langfristig gesehen eine höhere Bildungsbeteiligung ausländischer Kinder und Jugendlicher.

Oberstes Projektziel ist die Stärkung der elterlichen Erziehungskompetenz in den Bereichen Sprache, Kultur und Information. Der Bilingualismus von Zuwandererkindern stellt eine Chance im deutschen Bildungssystem dar. Wenn Eltern vermittelt wird, dass ihre Kinder nicht ihre Herkunftssprache und Kultur aufgeben müssen, um in der Bundesrepublik erfolgreich zu sein, dann erhöht sich ihre Bereitschaft auch ihren Kindern dies so zu vermitteln. Darüber hinaus soll die Bedeutung der deutschen Sprache herausgestellt werden. Das schrittweise Ersetzen der tradierten, oftmals veralteten Vorstellungen der Bedeutung von Bildung für das gesellschaftliche Weiterkommen, vermittelt den Eltern zugleich auch eine andere Vorstellung der Kultur ihres Aufnahmelandes. Sie lernen es zu verstehen, weshalb Bildung in Deutschland so wichtig für ihre Kinder ist. Die Vermittlung von Kenntnissen über das deutsche Bildungssystem und das Erkennen von institutionellen Diskriminierungen bietet den Eltern Informationen, die es ihnen ermöglicht, ihre Kinder angemessen zu beraten und zu fördern.

Diese Ziele sollen erreicht werden, indem konkret Seminare und Workshops (mehr Infos unter "Aktuelles" auf der Startseite von www.bagiv.de) bei den Mitgliedsorganisationen der BAGIV zur Stärkung der Erziehungskompetenz in den oben genannten Bereichen angeboten werden. Außerdem sollen erfolgreiche und bildungskompetente Eltern aus den jeweiligen Kulturkreisen als Paten gewonnen werden, um eine noch höhere Vermittlungsauthentizität zu gewährleisten.

Das Projekt richtet sich an Eltern heranwachsender, schulpflichtiger, jugendlicher Migrantinnen und Migranten. Insbesondere kurdische und assyrische Eltern sind Zielgruppe des Projektes. Sowohl Elternpaare, deren Kinder eine hohe Bildungsbeteiligung aufweisen und die somit als Vorbilder dienen als auch Elternpaare, deren Kinder eine geringe Bildungsbeteiligung aufweisen und die als zukünftige Paten für andere Eltern aufgebaut werden sollen. Darüber hinaus werden die beteiligten Mitgliedsorganisationen in ihrer Elternarbeit vor Ort aktiv und intensiv unterstützt.


Projektbezeichnung: Integration gemeinsam gestalten!

Projektlaufzeit: 15.12.2009 - 14.12.2011

Gefördert durch: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF)

Die BAGIV hat durch die Zuwendung für Maßnahmen zur Förderung der Integration von Zuwanderern im Dezember 2009 das Projekt "Integration gemeinsam gestalten!" gestartet. Bei dem vorliegenden Projekt handelt es sich um ein sog. "Tandemprojekt". Projektpartner der BAGIV ist der DPWV Gesamtverband e.V. Es soll eine gut funktionierende Zusammenarbeit zwischen dem etablierten Trägers DPWV mit uns als Migrantenselbstorganisation aufgebaut, in dem geplanten zweijährigen Projekt intensiviert und ausgebaut werden. Als gleichberechtigte Partner werden die beiden Organisationen entsprechend ihren Schwerpunkten das Projekt durchführen.

Ziel des Projektes soll sein, dass die teilnehmenden MigrantInnen sich zunächst selber in den einzelnen Bereichen der Fortbildungsmaßnahmen qualifizieren und gleichsam zu Multiplikatoren und Lotsen für ihre Organisationen ausgebildet werden. Die Qualifizierung läuft jedoch nicht einseitig. In gleichem Maße profitieren die Referenten, indem sie sich im Umgang mit den MigrantInnen interkulturelle Kompetenzen aneignen und diese schulen. Das Projektkonzept verfolgt somit drei Ziele: Qualifizierung von MigrantInnen bezüglich den gesetzlichen Angeboten und Regeldiensten, Ausbildung zu Multiplikatoren und Lotsen in den eigenen ethnischen Vereinen und nicht zuletzt die Schulung oder ein Training der interkulturellen Kompetenzen der Referenten. Übergeordnetes Ziel ist es, die soziale und gesellschaftliche Integration zu verwirklichen, so dass MigrantInnen sich als gleichberechtigte Bürger im demokratischen, sozialen Rechtsstaat betrachten und partizipieren können. Alle fortbildenden Maßnahmen haben als Ziel, die sozialen und gesellschaftlichen Benachteiligungen zu beheben und somit eine tatsächliche Chancengleichheit zu erreichen.

Die Hauptaufgabe des Projektes liegt schließlich darin, die Arbeit der Migrantenselbstorganisationen anzuerkennen und sie zu fördern, durch Qualifizierung ehrenamtlicher Arbeit vor Ort, Initiierung neuer Kooperationsformen und Vernetzungsstrukturen und insbesondere professioneller Begleitung.

Als Zielgruppe für das geplante Projekt sind Migrantinnen und Migranten vorgesehen. Insbesondere aktive Vereins- oder Gemeindemitglieder sind Zielgruppe des Projektes, da sie später als Multiplikatoren und Lotsen fungieren sollen und bereits innerhalb ihrer ethnischen Vereinigung Akzeptanz erfahren. Für jede Fachveranstaltung / Workshop (mehr Infos unter "Aktuelles" auf der Startseite von www.bagiv.de) werden 20-25 TeilnehmerInnen eingeplant.

Themenschwerpunkte der Tagungsreihe finden Sie hier:


Projekt "Politik in der Praxis - Politische Partizipation - Die Herausforderung"
(Beginn: 01.08.2008 - Ende: 30.04.2009)


Mit Unterstützung des Programms der Aktion Mensch "Die Gesellschafter" führt die BAGIV im Rahmen einer Gesamtkonzeption mit seinen Mitgliedsorganisationen verschiedene Veranstaltungen zum Thema "Politik in der Praxis - Politische Partizipation - Die Herausforderung" durch.

In vorbereitenden Seminaren soll die Bedeutung der politischen Teilnahme und Teilhabe an politischen Prozessen in Deutschland und Europa herausgearbeitet werden und Jugendlichen mit Migrationshintergrund als Informationsveranstaltung zur Vorbereitung auf ihre Teilnahme an Fahrten zum EU-Parlament in Brüssel, zum Bundestag in Berlin und zum Landtag NRW in Düsseldorf dienen. Gleichzeitig dienen die Seminare auf die in diesem Jahr aktuell anstehenden Ereignisse wie der Europawahl und der Bundestagswahl hinzuweisen.

Ziel des Projektes ist es, die in Deutschland lebenden Jugendlichen mit Migrationshintergrund über die politischen Prozesse (Wahlsysteme, Parteien, usw.) in ihrer Wahlheimat aufzuklären und sie zu motivieren, aktiv darin zu partizipieren.


Projekt " Integration durch Engagement"
(Beginn: 01.09.2008 - Ende: 31.12.2009)


Das Projekt "Integration durch Engagement" gefördert durch das Ministerium für Generationen, Familien, Frauen und Integration wird von der BAGIV derzeit durchgeführt. Die Maßnahme dient der Qualifizierung ehrenamtlich tätiger Eltern mit Migrationshintergrund als Multiplikatoren in Erziehungs- und Bildungsfragen.

Nach einer kurzen Bestandsaufnahme über die in Migrantenselbstorganisationen ehrenamtlich tätigen Eltern bezüglich der bereits existierenden Qualifizierungsangebote, sollen die Eltern in der nächsten Phase motiviert werden, an den verschiedenen Fortbildungsseminaren teilzunehmen und in einem Sondierungstreffen die Bedürfnisse in Erziehungs- und Bildungsfragen ermittelt werden, um gezielte Seminare zu konzeptionieren. Hierbei werden Erkenntnisse über den Qualifizierungsbedarf gewonnen, die das Angebot für Fortbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen festlegen wird.

Die Aufgabe des Projektes, das eine Laufzeit von über 18 Monaten beträgt, liegt darin, die ehrenamtliche Arbeit in den Migrantenselbstorganisationen zu motivieren und, hinsichtlich einer Unterstützung des Bildungserfolges der Kinder durch ihre Eltern und der Verbesserung der Bildungschancen und Unterstützung des Bildungserfolges für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund, gezielt fortzubilden. Die Rolle der ehrenamtlich aktiven Eltern in den jeweiligen Vereinen und Gemeinden soll gestärkt werden. Aufklärung und Hilfestellung kann helfen, herauszufinden, welche Aufgabe die Eltern übernehmen können und wie sie den Kindern und Jugendlichen über das staatliche Angebot hinaus bezüglich Erziehungs- und Bildungsfragen behilflich werden.


Projekt: Stärkung und Aktivierung des Potentials von MSO für die Integration von Zuwanderern.
(Beginn: 01.08.2006 – Ende: 31.07.2009)


Das Projekt gefördert im Rahmen der Förderung von Maßnahmen zur Integration von Ausländern durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gibt bereits im Titel die inhaltliche Konzipierung der Maßnahme vor.

Die Arbeit der Migrantenselbstorganisationen (MSO) muss Anerkennung finden und gestärkt werden. Aber die MSO verdienen nicht nur Anerkennung, gleichsam müssen wir sie motivieren, in ihrer Arbeit fortzufahren und das vorhandene Potential weiterhin zu aktivieren. Hier sehen wir als BAGIV eine Möglichkeit der Unterstützung, indem wir Fortbildungsmaßnahmen durchführen, um unsere Mitglieder zu qualifizieren und zu professionalisieren. Denn wir müssen trotz der hoch anzuerkennenden Leistung, die die MSO vollbringen, erkennen,dass ein Qualifizierungsbedarf innerhalb der MSO besteht. Aus diesem Grund haben wir in den letzten Monaten eine Erhebung bei MSO durchgeführt mit dem Ziel einer Bedarfsermittlung. Die bisherigen Ergebnisse der Bestandsaufnahme wurden als Informationsgrundlage in die Organisationen zurückgetragen. Als Ergebnisse konnten wir bis jetzt festhalten, dass neben strukturellen Schwächen in den Organisationen wie fehlende technische Ausstattung, mangelhafte Räumlichkeiten aber auch Mangel an Personal erwähnt werden muss.

Die Erstellung eines zweiten Fragebogens zur Durchführung einer Erhebung speziell für Frauen für die Bedarfsermittlung war sehr interessant und hilfreich. Insgesamt wurden ca. 150 Frauen befragt und die Fragebögen wurden statistisch verarbeitet. Die Ergebnisse sollen zu Ende des Projektes in einer Broschüre veröffentlicht werden.


Abgeschlossene EU-Projekte

Projekt: Konzepte zur höheren Bildungsbeteiligung von Schüler/innen der Sekundarstufe I. aus Nicht-EU-Staaten
(Beginn 01.01.2009 - Ende 31.12.2009)


Die BAGIV arbeitet seit Anfang des Jahres an dem aus Mitteln des Europäischen Integrationsfonds geförderten Projekt "Konzepte zur höheren Bildungsbeteiligung von Schüler/innen der Sekundarstufe I. aus Nicht-EU-Staaten".

Benachteiligungen aufgrund der ethnischen Herkunft von Menschen gehören zum alltäglichen Leben in den Staaten der EU. Diese können sich auf unterschiedliche Bereiche beziehen, sind aber dennoch in ihren Konsequenzen ähnlich strukturiert: Sie verwehren den Individuen eine adäquate Teilnahme und Teilhabe an der Aufnahmegesellschaft.

Diese ausgrenzenden Folgen können beispielsweise auf dem Bildungssektor beobachtet werden, wenn man bedenkt, dass die Bildungssituation der Kinder ausländischer Herkunft sich deutlich schlechter gestaltet, als die vergleichbare Situation einheimischer Kinder und Jugendlicher, was sich u.a. an der geringeren Bildungsbeteiligung nachweisen lässt (vgl. 2. Deutscher Bildungsbericht 2008).

Im erst kürzlich erschienenen 2. Deutschen Bildungsbericht wird ein deutlicher Kompetenzrückstand von Jugendlichen mit Migrationshintergrund herausgestellt. Oft wird davon ausgegangen, dass die Gründe dafür in einem geringen deutschen Sprachniveau und allgemein in der sozialen Herkunft liegen. Deshalb zielen die meisten Maßnahmen und Konzepte zur Erhöhung der Bildungsbeteiligung auf die Beseitigung von Defiziten in diesen Bereichen ab. Jedoch kann es noch weitere, auch ortsspezifische Gründe dafür geben, dass Bildung bei jugendlichen Migranten keinen hohen Stellenwert einnimmt.

Die Personen, die darüber kompetent Auskunft geben können sind die Jugendlichen, ihre Eltern und die Pädagogen in den entsprechenden Bildungseinrichtungen. Da das Projekt vorerst nur auf die Dauer von einem Jahr ausgelegt ist, wird die Gruppe der Pädagogen in den Schulen vor Ort zu den Gründen für diese geringe Bildungsbeteiligung und zu Vorschlägen zur Verbesserung der Situation befragt, so dass daraus weitergehende und innovative Konzepte entwickelt werden können.

Da der Bereich Bildung vorwiegend im Kompetenzbereich der Bundesländer liegt und somit für jedes Land spezifische Bedingungen herrschen, wird das Projekt national ausgerichtet. In allen 16 Bundesländern werden qualitative Interviews mit Pädagogen vor Ort geführt. Das gesamte Projekt soll sich vorerst über einen Zeitraum von 12 Monaten erstrecken.

Die Projektergebnisse werden in einer Dokumentation publiziert. Die Veröffentlichung der Broschüre soll zur Nachhaltigkeit des Projektes "Konzepte zur höheren Bildungsbeteiligung von Schüler/innen der Sekundarstufe I. aus Nicht-EU-Staaten" beitragen.


 
 
 

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