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8. Juli 2009

"Soziale und berufliche Perspektiven für die Mobilität spanischer Jugendlicher"

Der Spanische Bundesverband veranstaltete in Zusammenarbeit mit den vernetzten spanischen Migrantenverbänden aus Frankreich (FACEEF), Hamburg (Spanischer Jugendverband, FAJA), Belgien (MAEEB), sowie dem Spanischen Rückkehrerverband (FEAER) ein Netzwerktreffen für über 50 spanische, im Ausland lebende Jugendliche.

Im Spanischen Kolleg der Internationalen Universität von Paris fand zwischen vom 20. bis zum 21. Juni 2009 eine Tagung der Mitgliedsorganisation der BAGIV, dem Bundesverband spanischer sozialer und kultureller Vereine e.V., statt. Sinn und Zweck der Veranstaltung war es, spanischen, im Ausland ansässigen Jugendlichen ein Bild der aktuellen sozialen und beruflichen Aussichten bei einer möglichen Rückkehr nach Spanien zu verschaffen.

Es wurden Aspekte, wie die jetzige wirtschaftliche Lage des Landes, die beruflichen Möglichkeiten in den verschieden Sektoren, die linguistischen Anforderungen und Ausbildungsvoraussetzungen und die notwendigen Verwaltungsvorgänge angesprochen, um den Jugendlichen Ausgangsvoraussetzungen für ein erfolgreiche Auswanderung nach Spanien nahe zu bringen.

Nach der Begrüßungsrede seitens der Vorstandes des Spanischen Migrantenverbandes in Frankreich und des Europäischen Dachverbandes spanischer Migranten, erläuterten Repräsentanten der Spanischen Handelskammer in Frankreich und der Handelsabteilung der Spanischen Botschaft die komplizierte wirtschaftliche Phase, die Spanien zur Zeit durchlebt und unterstrichen, dass dort gerade in solchen Momenten, im Vergleich zu Ländern wie Frankreich oder Deutschland, der Umgang mit den Rechten der Beschäftigten anders ausgelegt wird. Die aktuelle Krise, die das Land während des letzten Jahres rund 900.000 Arbeitsplätze gekostet hat, ist, laut den Experten, auf ein strukturelles Problem zurückzuführen. Es mangelt an Beschäftigungen in der Industrie und dem technologischen Forschungssektor, gleichzeitig ist der seit Jahren existierende "Bauboom", wie vorauszusehen war, letztendlich geplatzt. Trotz dieser Schwierigkeiten wurden die Jugendlichen zum Rückkehrversuch ermuntert, da sie, aufgrund ihrer sprachlichen und interkulturellen Ressourcen, immer wieder Möglichkeiten erhalten werden, auf dem spanischen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.

Ein Fachexperte der Bildungsabteilung der Spanischen Botschaft referierte im Anschluss zum entscheidenden Thema der Anerkennung von Bildungsabschlüssen. In den letzten Jahren sei gerade in diesem Bereich viel geleistet worden, um Anerkennungsvorgänge zu beschleunigen. Jahrelange Wartephasen soll gekürzt und Lücken in Entsprechungsverfahren einzelner Abschlüsse geschlossen werden, damit dieser Aspekt in Zukunft kein Mobilitätshindernis darstellt. Diesbezügliche Entsprechungstabellen und das neue universitäre Creditverfahren (European Credit Transfer and Accumulation System- ECTS) sollen Studiengängen innerhalb Europas einen gemeinsamen Rahmen geben und diese Vorgänge in Folge dessen automatisieren. Zudem wurden verschiedene Modelle für bilinguale Schulformen vorgestellt, in denen das Spanische, sowie auch die jeweilige Landessprache, im gleichen Maß zum Trage kommen und den Schülern ganz besondere Zukunftschancen ermöglicht werden.

Im darauffolgenden Tagungsabschnitt, informierten zwei junge Spanier, darunter auch unser Mitarbeiter, José Ramón Álvarez Orzáez, über die wichtigsten kulturellen und sozialen Unterschiede, die bei einer Rückkehr nach Spanien zu beachten sind, sowie die beruflichen Schwerpunkte und Prioritäten, die spanische Arbeitgeber in der Regel anders gesetzt werden, als ihre Gleichgesinnten im europäischen Ausland, und über welche man sich bewusst sein muss, bevor man den großen Sprung in ein anderes, für viele auch fremdes Land wagt und dort so schnell wie möglich integriert und akzeptiert werden möchte.

Die Tagung wurde mit dem Schlusswort des Botschaftsrates für Arbeit und Migration beendet, der die Jugendlichen dazu riet, den Auswanderung nicht als Rückkehr zu betrachten, sondern als professionelle Chance in einem anderen Land, in dem sie vollste Mobilitätsfreiheit genießen.

Sowohl die Informationen der verschiedenen Referenten, als auch die innerhalb dieser zwei Tage geknüpften Kontakte, wurden von den teilnehmenden Jugendlichen als wichtige Grundlage für ihre Flexibilität bei der Wahl zwischen verschiedenen Ländern als zukünftigen beruflichen Zielort. Sie zeigten sich beeindruckt sich von der Professionalität und der Bedeutung der bei derartigen Netzwerktreffen behandelten Themen, sowie vom gelungenen Gleichgewicht zwischen der Vermittlung informativer Fakten und der lebendigen Gestaltung der einzelnen Programmpunkte. Durch die Aufnahme realer persönlicher Erfahrungen im zweiten Tagungsabschnitt, sowie des kulturellen Abendprogramms, das eine Besichtigung bedeutender Sehenswürdigkeiten der Stadt Paris einschloss, konnte der Gesamtverlauf des Treffens erfolgreich abgerundet werden.

Bei weiteren Fragen, Anregungen oder persönlichem Interesse, wenden Sie sich bitte an den Bundesverband spanischer sozialer und kultureller Vereine e.V., Ludwigstraße 39, 42853 Remscheid, Tel.: 02191 421531, Fax: 02191 421432, cfma@iree.org.

Remscheid, 08. Juli 2009
José Ramón Álvarez Orzáez


 


 

 
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