8. März: Ist kein Feiertag – wir kämpfen und wir fordern

Der 8. März, der Internationale Frauentag, ist kein symbolischer Feiertag. Er ist ein Tag des Gedenkens, des Widerstands und des politischen Kampfes. Er erinnert an die Frauen, die sich gegen Ausbeutung, Ungleichheit und Unterdrückung erhoben und für würdige Arbeitsbedingungen, gleiche Rechte und soziale Gerechtigkeit gekämpft haben. Von den Textilarbeiterinnen in New York im Jahr 1857 bis zu den heutigen feministischen Bewegungen ist die Geschichte dieses Tages untrennbar mit den Kämpfen für Demokratie, soziale Rechte und Gleichberechtigung verbunden.

Der 8. März erinnert uns daran: Keine soziale Errungenschaft ist selbstverständlich. Rechte, die erkämpft wurden, müssen verteidigt und weiter ausgebaut werden. In einer Zeit, in der weltweit autoritäre Tendenzen, soziale Ungleichheiten und antifeministische Politik zunehmen, geraten die Rechte von Frauen erneut unter Druck. Konservative und rechtsextreme Kräfte versuchen, überholte Rollenbilder zu reaktivieren, die Selbstbestimmung von Frauen einzuschränken und Gleichstellungspolitik zurückzudrängen.

Bis heute ist echte Gleichberechtigung nicht erreicht. Geschlechtsspezifische Gewalt, Femizide, sexuelle Belästigung sowie strukturelle Benachteiligungen auf dem Arbeitsmarkt sind weiterhin Realität. Frauen verdienen noch immer weniger, haben schlechtere Aufstiegschancen und erleben Mutterschaft häufig als strukturellen Nachteil im Berufsleben.

Der 8. März kann kein „Feiertag“ sein, solange Frauen Gewalt erfahren, in Kriegen sterben, auf der Flucht ihr Leben verlieren oder unter unsicheren und ausbeuterischen Arbeitsbedingungen arbeiten müssen. Solche Realitäten zeigen, dass der Kampf für würdige Lebens- und Arbeitsbedingungen weiterhin notwendig ist.

Besonders betroffen sind Migrantinnen. Sie gehören zu den am stärksten marginalisierten Gruppen in unserer Gesellschaft und sind überdurchschnittlich häufig Diskriminierung, Ausbeutung und Gewalt ausgesetzt. Rassismus, prekäre Arbeitsverhältnisse und unsichere Aufenthaltsbedingungen verschärfen ihre Situation und erschweren den Zugang zu Arbeit, Bildung, Gesundheitsversorgung und Schutzstrukturen.

Diese Realität ist kein individuelles Problem, sondern Ausdruck politischer und gesellschaftlicher Strukturen, die Ungleichheit reproduzieren. Deshalb ist die Situation von Migrantinnen untrennbar mit den Kämpfen für soziale Gerechtigkeit, Antirassismus und Geschlechtergleichstellung verbunden.

Der Internationale Frauentag ist daher nicht nur ein Tag des Erinnerns, sondern auch ein politischer Aufruf zum Handeln. Er erinnert daran, dass Gleichberechtigung nur dann erreicht werden kann, wenn auch die Rechte und Lebensrealitäten von Migrantinnen sichtbar gemacht und ernst genommen werden. Eine demokratische und gerechte Gesellschaft muss sicherstellen, dass Migrantinnen – und alle Frauen – wirksam vor Gewalt, Ausbeutung und Diskriminierung geschützt werden und gleichen Zugang zu Rechten, Ressourcen und gesellschaftlicher Teilhabe erhalten.

Der Einsatz für Gleichberechtigung ist deshalb nicht nur eine gesellschaftliche, sondern eine politische Aufgabe. Eine demokratische und gerechte Gesellschaft erfordert den konsequenten Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt, gleiche Bezahlung für gleiche und gleichwertige Arbeit, sichere und faire Arbeitsbedingungen sowie den Ausbau sozialer Unterstützungsstrukturen. Ebenso notwendig ist die entschlossene Bekämpfung jeder Form von Diskriminierung.

Der Kampf für die Rechte der Frauen betrifft nicht nur Frauen. Er ist ein Kampf für Demokratie, soziale Gerechtigkeit und menschliche Würde.

8. März: Ist kein Feiertag.

  • Wir kämpfen und wir fordern eine Welt ohne Gewalt, ohne Diskriminierung und ohne soziale Ungleichheit.
  • Eine gerechte Gesellschaft für alle