PRESSEMITTEILUNG
OEK kritisiert Einstellung des griechischsprachigen Angebots der Deutsche Welle
Der Verband Griechischer Gemeinden in Deutschland (OEK) reagiert mit scharfem Protest auf die Einstellung des griechischsprachigen Programms der Deutschen Welle.
In einem offiziellen Schreiben an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, an den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Staatsminister Wolfram Weimer, sowie an weitere zuständige Institutionen bringt die OEK ihre entschiedene, unmissverständliche und nicht verhandelbare Ablehnung dieser Entscheidung zum Ausdruck.
Zentrale Kritik der OEK
Mit großer Bestürzung und tiefem Unverständnis nimmt die OEK die Einstellung des griechischsprachigen Angebots zur Kenntnis. Diese Entscheidung sei nicht nur ein medienpolitischer Fehler, sondern auch ein fatales Signal an Millionen griechischsprachiger Menschen in Europa und darüber hinaus.
Die Einstellung des Angebots stellt einen Schlag gegen
- die Meinungsvielfalt
- die deutsch-griechischen Beziehungen
- die europäische Solidarität
dar.
Bedeutung des Angebots
Gerade in Zeiten geopolitischer Spannungen, wachsender Desinformation durch Fake News und eines erstarkenden Nationalismus trägt Deutschland eine besondere Verantwortung für unabhängige, mehrsprachige und glaubwürdige Auslandsberichterstattung.
Das griechischsprachige Angebot war über viele Jahre hinweg eine hoch geschätzte und unverzichtbare Stimme für
- demokratische Werte
- Pressefreiheit
- europäische Verständigung
- kritischen Journalismus
insbesondere für Menschen ohne uneingeschränkten Zugang zu freien Medien.
Klare Bewertung der Entscheidung
Die Einstellung dieses Angebots ist ein Rückschritt.
Sie ist nicht bloß eine bedauerliche Sparmaßnahme, sondern ein aktiver Rückzug aus demokratischer Verantwortung.
Sie schwächt die kulturelle und politische Brücke zwischen Deutschland und Griechenland und untergräbt den Anspruch Deutschlands, ein verlässlicher Akteur für Meinungsvielfalt, Dialog und europäische Solidarität zu sein.
Dass ausgerechnet eine Sprache mit großer historischer, kultureller und europäischer Bedeutung gestrichen wird – für die sogar die UNESCO einen internationalen Ehrentag ausgerufen hat – sei politisch kurzsichtig und moralisch schwer nachvollziehbar.
Politische Tragweite
Das griechischsprachige Angebot war für viele Menschen eine der wenigen verlässlichen Informationsquellen jenseits nationaler Machtinteressen.
Wer dieses Angebot streicht, nimmt bewusst in Kauf, dass ganze Sprachgemeinschaften von unabhängiger Berichterstattung ausgeschlossen werden.
Das ist kein technischer Vorgang – das ist eine politische Entscheidung mit politischen Folgen.
Kritik an der Signalwirkung
Besonders kritisch bewertet die OEK die Entscheidung im Kontext der europäischen Werte.
Europa dürfe nicht dort enden, wo es unbequem oder finanziell „nicht mehr rentabel“ erscheint. Worte über Demokratie und europäische Verantwortung müssten auch praktisch gelebt werden.
Zentrale Fragen der OEK
Die OEK richtet daher folgende Fragen an die Verantwortlichen:
- Wie soll europäische Öffentlichkeit funktionieren, wenn genau jene Stimmen verstummen, die Verständigung ermöglichen?
- Wie ernst ist es mit Pressefreiheit gemeint, wenn sie für bestimmte Sprachen verhandelbar wird?
- Wie glaubwürdig ist das Bekenntnis zu Europa, wenn ganze Sprachgemeinschaften ausgeschlossen werden?
- Welches Signal sendet diese Entscheidung an Minderheiten und den europäischen Süden?
- Wie wird diese Entscheidung denjenigen erklärt, die Deutschland als verlässliche Stimme für unabhängigen Journalismus sehen?
Forderung
Die OEK fordert nachdrücklich, die Entscheidung zu überdenken und das griechischsprachige Angebot wieder aufzunehmen bzw. dauerhaft zu sichern.
Alles andere wäre ein Signal politischer Gleichgültigkeit gegenüber
- Meinungsvielfalt
- kultureller Verantwortung
- europäischem Zusammenhalt
Abschließende Bewertung
Medienpolitik ist Demokratiepolitik – und an der Demokratie darf nicht gespart werden.
Wer hier spart, spart am falschen Ende:
an Vertrauen,
an Zusammenhalt
und an Europas gemeinsamer Zukunft.